Porto Judeu auf Terceira

Noch heute ist Porto Judeu mit seinen 2.900 Einwohnern ein typisches Küstendorf, aber Porto Judeu ist eines der ältesten Dörfer auf der ganzen Insel Terceira.

Ab 1450 leitete der aus Brügge stammende Jacome de Bruges von hier aus die Besiedlung Terceiras ein. Rund um Porto Judeu gingen seine Siedler an Land.
Unter Senator Joao Coelho begann die Besiedlung. An ihn erinnert noch heute der Abschnitt Ponta dos Coelhos zwischen dem Pico do Refugo und Salga.

Der Überlieferung nach verdankt der Ort seinen Namen den schlechten Bedingungen, die in der kleinen Bucht herrschten. Und weil man damals alles Schlechte mit den Juden in Verbindung brachte, nannte man den Ort schlicht Porto Judeu.
Von 1502 bis 1870 gehörte der Ort zur Gemeinde Vila de Sao Sebastiao. Seitdem ist der Ort Angra do Heroismo unterstellt.

Porto Judeu gehört zu dem Teil von Terceira mit den größten Weideflächen. Das IROA (Instituto Regional do Ordenamento Agrario) investierte viel in dieses Gebiet und baute Straßen, Wasser- und Stromversorgung.

Bereits 1470 wurde die erste Kirche gebaut. Die heutige Igreja de Santo Antonio ist von außen schlicht gehalten und stammt aus späteren Jahrhunderten. Links schließt sich der Glockenturm mit dem Kuppeldach an. 1895 und zuletzt 1994 wurde das dreischiffige Gebäude renoviert. An der Fassade befindet sich eine steinerne Figur des Schutzheiligen Santo Antonio, die wahrscheinlich noch aus der Zeit der ersten Kirche stammt. Der Schnitzaltar ist mit Gold verziert und zeigt die Figuren von Santo Antonio, Santo Antao und Santo Amaro.

Eine weitere, wesentlich modernere Kirche ist die Igreja Cristo Salvador do Mundo. Der Grundstein wurde am 3. Oktober 1982 gelegt. Am 17. September 1996 wurde sie von Bischof D. Aurelio von Angra geweiht.

Älter ist dagegen die Ermida Nossa Senhora da Esperanca, die etwa 500 m westlich des Ortes liegt. Sie stammt bereits aus dem 16. Jahrhundert und war lange Zeit eine Wallfahrtskirche.
Über dem einzigen Altar befindet sich das Bild der Nossa Senhora da Esperanca.

Porto Judeu besitzt drei Heilig-Geist-Kapellen. Die Imperio do Terreiro do Porto Judeu aus dem Jahr 1916 ist sicherlich die schönste von allen. Der kleine Tempel ist in den typischen Farben rot-blau-grün-gelb gehalten. Der untere Teil des Gebäudes ist ein unterirdischer Lagerraum.

Der Imperio do Galinho an der Grota do Tapete stammt aus dem Jahr 1933. Die Fassade mit der breiten Fensterfront ist in blau-weiß gehalten.

Das dritte Imperio ist das Imperio da Boca da Ribeira do Porto Judeu am Largo da Boca da Ribeira. Seine Fassade ist rot-weiß. Auch er wurde 1933 errichtet. Seine Statuen stammen aus dem Jahr 1935, womit er der jüngste der Tempel ist. Die letzte Renovierung fand im Jahr 2000 statt.

Das Rathaus von 1896 wurde unter Pater Frederico Amâncio Almeida Mendes erbaut. Bis 1968 beherbergte es eine Grundschule. Es folgten ein Kindergarten und ein Supermarkt. Seit September 1998 ist es das Rathaus der Gemeinde.

In Porto Judeu gibt es eine Schule für Kunsthandwerk. Hier wird Sticken, Schnitzen und Malen gezeigt und gelehrt. Die Kurse werden vor allem von den Hausfrauen des Ortes besucht. Aber auch die Jugend soll wieder an alte Traditionen herangeführt werden.
Mit den Produkten lässt sich so der eine oder andere Euro in die Familienkasse bringen.

Auch im Hafen ist es heute meist ruhig. Er hat über die Jahrhunderte für den Wohlstand der Bevölkerung gesorgt. Der Hafen hat nur einen Nachteil: Es fehlt ihm eine schützende Mauer, so dass die Fischer all die Jahre mit ihren großen Booten in den Hafen von Praia da Vitoria ausweichen mussten.
Doch seit 1997 wird der Hafen mit Hilfe von Angra und der EU etwas ausgebaut. So entstanden 20 kleine Fischerhütten, eine neue Rampe, bessere Zufahrtsbedingungen, eine Eismaschine und die neue Hafenbeleuchtung. Die Einfahrt ist aber immer noch recht schmal und die Kaimauer kurz. Die Treppen am Kai werden heute mehr von Badegästen genutzt. Wer hier segelt, findet das Gebäude der Guarda Fiscal in der Rua do Porto.

Seit 1998 gibt es den Aussichtspunkt Miradouro do Poco d’Alem, unter dem sich ein kleines Meerwasserschwimmbecken befindet.

Am östlichen Ortsende zweigt ein leicht zu übersehender Abstecher zur Gruta das Agulhas an der Küste ab. Die letzten Meter hinunter zum Meer sind schwer zu bewältigen. Die kleine Vulkanhöhle an der Ponta dos Coelhos ist über 100 m lang, aber ziemlich eng. Sie wurde 1967 von den Naturschützern und Forschern ‚Os Montanheiros‘ entdeckt.

Vor der Küste liegen die kleinen Ilheus das Cabras mit einer Fläche von 2,36 km².

Zum Gemeindegebiet von Porto Judeu gehört auch die hoch in den Bergen gelegene Vulkanhöhle Algar do Carvao.

Die kleine Ermida de Sant’Ana wurde am 8. September 1907 von Luis Correia Ourique geweiht. Sie liegt im Gemeindegebiet auf halbem Weg in die Berge.

Ebenfalls in Richtung der Berge, an der Via Rapida, befindet sich die Ermida Nossa Senhora do Mato. Sie wurde 1897 von Francisco de Paula Barcelos Machado Bettencourt erbaut und beherbergt die Statuen von Santo Amaro und Santo Isidro. Das Bildnis der Jungfrau selbst, das schon vor dem Bau der Ermida an dieser Stelle stand, befindet sich gleich daneben.

Auf dem Pico da Cruz befindet sich noch die Ermida do Pico da Cruz. Sie ist der Nossa Senhora de Fatima geweiht und wurde um 1960 erbaut.

Schöner Badestrand an der Baia do Refugo, Meerwasserschwimmbad am Poco d’Alem.

Busverbindung nach Angra do Heroismo




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