Biscoitos auf Terceira

Biscoitos ist ein freundliches Weinstädtchen an der Nordküste von Terceira mit rund 1.400 Einwohnern und damit ein kleines Zentrum in dieser abgelegenen Region. Viele alte Weinberge, typisch mit schwarzen Trockensteinmauern umgeben, sind noch heute erhalten.
Seit 1556 ist der Ort eine eigenständige Gemeinde.

Der Ort liegt am Fuße eines Lavafeldes, das 1761 beim Ausbruch des Vulkans Pico do Gaspar im Santa-Barbara-Massiv entstand.

Als Biscoitos werden auch die Felder bezeichnet, die bei den Ausbrüchen mit Lava bedeckt wurden.
Der Ort trägt seinen Namen also zu Recht, denn hier an der Nordseite von Terceira findet man diese eindrucksvollen Lavaformationen.

Biscoitos wirkt sehr freundlich. Sehenswert ist die kleine Heilig-Geist-Kapelle im Zentrum. Daneben gibt es die um 1960 erbaute Igreja Paroquial de Sagrado Coracao de Jesus und die ehemalige Pfarrkirche Igreja de Sao Pedro aus dem 17. Jahrhundert, in der ein Christusbild aus dem 16. Auch nach dem Bau der neuen Pfarrkirche blieb Sao Pedro der Schutzpatron von Biscoitos.

Die beiden Heilig-Geist-Tempel von Biscoitos befinden sich im Bairro de Sao Pedro und an der Praca Velha.
Der Imperio da Praca Velha dos Biscoitos stammt aus dem Jahr 1872.

Der kleine Hafen von Porto dos Biscoitos ist seit dem Ende der Walfänger nicht mehr sehr belebt. Er liegt eingebettet zwischen tiefschwarzem Lavagestein. Über eine Rampe am kurzen Kai werden die Boote an Land gebracht.
Hier kann man heute in einem sehr schönen Naturschwimmbecken baden und sich auf betonierten Flächen sonnen. Die Badestelle zählt zu den schönsten der Insel.
Der Küstenbereich entlang der Ponta dos Biscoitos ist geprägt von zahlreichen Lavafelsen und tiefen, zum Teil gut geschützten Buchten.
Der Boden bietet ideale Voraussetzungen für den Weinbau. Auf den umliegenden Weingütern wird ein schmackhafter und gehaltvoller Verdelho angebaut, der stolze 17 Prozent Alkohol erreicht.
Dicht an dicht stehen die Reben auf den schwarzen Lavamauern.

Auf dem Gelände der Adega Brum befindet sich seit dem 2. Februar 1990 das Weinmuseum Museu do Vinho bzw. Casa Agricola Francisco Maria Brum. Hier kann man auch den lokal angebauten Verdelho verkosten. Es wurde anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Weinbaubetriebes gegründet. Der aus Flandern stammende Francisco Maria Brum (1829 bis 1928) hat im 19. Jahrhundert mit der importierten Verdelho-Rebe den Weinbau entscheidend geprägt. Er war einer der ersten, der die alten Weinberge (Curraletas) wiederbelebte und gilt damit als einer der Wegbereiter des heutigen Weinbaus auf Terceira.
Nach dem Niedergang des Weinbaus Mitte des 19. Jahrhunderts gründete er das erste Weingut, das sich bis heute in Familienbesitz befindet. Seine Nachkommen haben diese Tradition bis heute bewahrt und zu einem Vorzeigebetrieb ausgebaut. Luis Brum leitet das Unternehmen bereits in der vierten Generation. Die Blütezeit der Weinproduktion lag zwischen 1910 und 1960.
Ein Rundgang durch das Museum beschreibt die einzelnen Schritte der Weinherstellung – von der durch Steinmauern sorgfältig geschützten Rebe über das Keltern bis hin zur Lagerung in Holzfässern. In dem kleinen Museum kann man die Herstellung von Wein und Branntwein studieren und bekommt die Geschichte des Weinbaus auf Terceira ausführlich erzählt. In einer Abteilung des Museums sind historische Geräte und Werkzeuge des Weinbaus ausgestellt. Auch einige historische Fotografien sind zu sehen. Nach einer Weinprobe kann man den sehr schmackhaften, aber nicht ganz billigen Verdelho auch kaufen.

In diesem Gebäude befindet sich auch der Sitz der Confraria do Vinho Verdelho dos Biscoitos. Diese Vereinigung beschäftigt sich seit 1993 mit dem Weinbau auf der Insel Terceira und ist ständig bemüht, die Qualität des angebauten Verdelho-Weins zu verbessern. Inzwischen haben sich die Winzer auch zur Adega Cooperativa dos Biscoitos zusammengeschlossen. Es werden sowohl Tafelweine als auch Aperitif- und Likörweine produziert.

Produziert werden die Sorten

  • Brum VLQPRD: Casa Agricola Brum; goldgelber Verdelho-Wein; relativ trocken mit ausgewogener Säure; ca. 17% Alkohol; Trinktemperatur ca. 8°-10°C.
  • Donatario: Casa Agricola Brum; weißer Verdelho-Wein; sehr feines Fruchtaroma; ca. 12% Alkohol; ideal zu Fisch und Fleisch; Trinktemperatur um 8°C.
  • Pedras do Lobo: Jose Manuel Mendonca Machado de Sousa; weißer Verdelho-Wein und Rosé; sehr trocken, sehr fruchtig mit ausgewogener Säure; ca. 12,5% Alkohol; ideal zu Fisch und Fleisch; Trinktemperatur um 9°-10°C.
  • Vinho Chico Maria Doce: Casa Agricola Brum; goldgelber Likörwein als Aperitif; ein Hauch von Tabak und Meer; relativ trocken mit ausgewogener Säure; ca. 18% Alkohol; Trinktemperatur um 10°C.
  • Vinho Chico Maria Meio Seco: Casa Agricola Brum; goldgelber Likörwein als Aperitif; ein Hauch von Tabak und Meer; ca. 18% Alkohol; Trinktemperatur um 10 °C.
  • Vinho Chico Maria Meio: Casa Agricola Brum; goldgelber Likörwein als Aperitif oder Digestif; ein Hauch von Tabak und Meer; etwas trocken; ca. 17% Alkohol; Trinktemperatur um 8°C.
  • Vinho da Pedra: Casa Agricola Brum; weißer Verdelho-Wein; relativ trocken; ca. 17% Alkohol; ideal zu leicht gewürztem Fisch und Meeresfrüchten; Trinktemperatur um 8°-10°C.

Entlang der Küste findet man noch verschiedene Überreste und Standorte ehemaliger Befestigungsanlagen. Sie waren Teil des Verteidigungsgürtels von Terceira im 16. und 17.

Östlich von Biscoitos bietet die Ponta da Furna einen schönen Aussichtspunkt über die Bucht Baia das Quatro Ribeiras.

Stege und Naturschwimmbecken im Hafen, Naturschwimmbecken in der Baia das Pombas.

Busverbindung nach Praia da Vitoria, nach Angra do Heroismo (davon einmal über das Hochland).

Am ersten Wochenende im September wird die Festa do Vinho dos Biscoitos gefeiert.




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