Lajedo auf Flores

Lajedo ist eine kleine Gemeinde (Freguesia) im Distrikt Lajes das Flores auf der Azoreninsel Flores, Portugal. Mit einer Fläche von ca. 6,73 km² und einer Einwohnerzahl von 75 im Jahr 2021 ist Lajedo eine der kleinsten Gemeinden der Region. Es liegt hoch über dem Meer und beherbergt noch eine Reihe traditioneller Steinhäuser, die noch ohne Lehm gebaut wurden.

Im südwestlichen Teil der Insel Flores gelegen, etwa 9 km von der Kreisstadt Lajes und 22 km von Santa Cruz das Flores entfernt, besteht die Gemeinde aus den Dörfern Lajedo (Hauptort), Campanário und Costa. Während Campanário aufgrund von Erdrutschen nach und nach verlassen wurde, erlebt der Ortsteil Costa derzeit eine Wiederbelebung, da ehemalige Auswanderer und auch Ausländer, vor allem Franzosen und Deutsche, verlassene Häuser renovieren oder neue bauen, um dort ihre Sommer zu verbringen.

Lajedo ist wie viele andere Orte von einer langen Auswanderungswelle geprägt. Im 18. Jahrhundert zogen viele nach Brasilien. Im 19. Jahrhundert waren Amerika und Kanada die Auswanderungsziele. Die meisten der heute noch gut 100 Einwohner leben von Viehzucht und Landwirtschaft. Angebaut werden vor allem Mais und Kartoffeln.

Die Landschaft von Lajedo ist geprägt von fruchtbaren Böden, die sich ideal für Ackerbau und Viehzucht eignen. Traditionell werden Mais, Kartoffeln und verschiedene Gemüsesorten angebaut. Die Viehzucht, insbesondere die Milchwirtschaft, spielt eine wichtige Rolle in der lokalen Wirtschaft. In der Vergangenheit war Lajedo für die handwerkliche Herstellung von Butter bekannt, die in versiegelten Dosen exportiert wurde. Die örtliche Genossenschaft musste jedoch in den 1970er Jahren wegen mangelnder Wettbewerbsfähigkeit schließen.

Ein bemerkenswertes geologisches Merkmal in der Nähe von Lajedo ist die „Rocha dos Bordões“, eine beeindruckende Basaltformation, die als eines der Wahrzeichen der Azoren gilt. Diese Formation besteht aus einer dicken Basaltschicht, die durch schnelle Abkühlung prismatische Strukturen gebildet hat und wie ein riesiges Bündel versteinerte Stäbe aussieht.

Die religiöse Kultur spielt in Lajedo eine wichtige Rolle. Die Pfarrkirche „Nossa Senhora dos Milagres“ wurde 1771 erbaut. Das Fest zu Ehren der Schutzheiligen wird jedes Jahr am 15. August gefeiert und zieht zahlreiche Gläubige und Besucher an. Im Jahre 1823 wurde die Pfarrei registriert und 1868 wurde die Kirche Ermida de Nossa Senhora dos Milagres unter der Leitung von Pater Francisco Luis de Freitas Henriques neu erbaut.

Die Casa do Espirito Santo stammt aus dem Jahr 1885. Die Heilig-Geist-Kapelle mit den braunen Türen befindet sich direkt gegenüber der Kirche.

Am 4. Februar 1978 kam der Strom ins Dorf und die Straßenbeleuchtung wurde von Walöl auf Elektrizität umgestellt.

Wer es noch einsamer mag, fährt von Costa do Lajedo und Castelo hinunter zum Meer. Dabei passiert er das Portal da Faja, wo ein Kreuz über die kleinen Dörfer unterhalb wacht.

Costa selbst besteht nur aus wenigen Häusern. Die Schule ist verlassen, und die kleine Kapelle bietet genügend Platz für die wenigen Menschen, die hier noch leben.

Ein interessantes Naturphänomen ist die heiße Quelle „Poceirão da Água Quente“ unterhalb von Costa Costa. Diese einzige bekannte Thermalquelle auf der Insel Flores befindet sich im Gezeitenbereich und ist wegen ihrer hohen Temperatur bemerkenswert. Eine Analyse aus dem Jahr 1970 weist auf eine heilende Wirkung bei Rheuma hin. Die Quelle ist jedoch schwer zugänglich, entweder über einen steilen Pfad oder vom Meer aus bei ruhigen Bedingungen. Letzteres ist ein wenig abenteuerlich. Das warme Wasser rinnt dann unspektakulär fast auf Meereshöhe aus dem Felsen.

Historisch ist Lajedo auch für ein maritimes Ereignis bekannt: Am 10. Juni 1909 lief der Passagierdampfer „Slavonia“ der Cunard Line auf dem Weg von New York nach Triest vor Lajedo auf Grund. Bemerkenswert ist, dass dabei das erste SOS-Signal der Geschichte gesendet wurde. Alle 410 Passagiere konnten von herbeigeeilten Schiffen gerettet werden, doch die „Slavonia“ sank später im Sturm. In den folgenden Tagen und Wochen gab es daher reichlich „Geschenke“ für die Inselbewohner, die dankbar alles mitnahmen, was an Land gespült wurde. Das 155 m lange Wrack selbst liegt heute keine 50 m vor der Küste in 18 m Tiefe als Tauchrevier auf dem Meeresgrund.

Im Südosten fällt der Blick auf den Steilhang der Rocha Alta. Rund 400 m ragt die Steilküste hier in die Höhe. Die Küste ist hier stark zerklüftet und von einigen Felsnadeln geprägt. Die Faja da Quebrada Nova am Fuße der Steilküste entstand erst 1980 durch einen Erdrutsch an der Rocha Alta.

Trotz ihrer geringen Größe bietet die Gemeinde Lajedo eine reiche Kombination aus natürlicher Schönheit, geologischen Besonderheiten und kulturellem Erbe, was sie zu einem bemerkenswerten Ort auf der Insel Flores macht.

Busverbindung nach Santa Cruz das Flores und Lajes das Flores.

Am 15. August werden die Festas da Nossa Senhora dos Milagres gefeiert.




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