Horta auf Faial

Horta ist mit seinen 6.500 Einwohnern die Hauptstadt der Insel Faial und neben Ponta Delgada und Angra die dritte große Metropole der Azoren.

Es ist eine Stadt mit Geschichte: Ob Segelschiffe, Telefonkabel oder Transatlantikflüge – alles ging oder geht über Horta.
Die Stadt ist nicht nur wegen ihrer historischen Gebäude attraktiv und sehenswert, sie ist wahrscheinlich auch der internationalste Ort des Archipels. Die Stadt liegt an zwei Buchten, die durch einen kleinen Vulkankrater getrennt sind. Das Zentrum ist sehenswert. Viele kleine Läden laden zum Einkaufen ein.

Auch von Horta aus hat man einen herrlichen Blick auf den Pico auf der nur sechs Kilometer entfernten gleichnamigen Nachbarinsel. Vom Meer aus gesehen ziehen sich die Häuser in der weiten Bucht zwischen Monte da Guia und dem Hügel Espalamaca wie im Bilderbuch den Hang hinauf. Mittendrin liegt der Yachthafen, der jährlich von über 1.000 Segelbooten angelaufen wird. Abends mischt sich internationales Publikum mit der Inselbevölkerung.

Ihren Namen verdankt die Stadt entweder dem flämischen Abenteurer Josse van Huerter, der ab 1466 die Besiedlung vorantrieb, oder dem portugiesischen Wort für Garten (=horta).

Inzwischen hat Horta auch politisch das Sagen. Seit 1976 ist Horta Sitz des Parlaments der Azoren. In dieser Zeit wurde auch die Schreibweise von ‚Fayal‘ in ‚Faial‘ geändert.
Die Stadt besteht aus den drei Kirchengemeinden Angustias im Gebiet von Porto Pim, Matriz im Zentrum und Conceicao im Norden.

Nachdem van Huerter 1468 durch die Vermittlung der Infantin Isabel den Lehnsbrief für Faial erhalten hatte, holte er Siedler aus Flandern auf die Insel. Am Naturhafen Porto Pim ließ er die ersten Häuser errichten. Hier starb er auch 1495.
Auch am Fuße des Espalamaca-Hügels, im heutigen Stadtteil Conceicao, entstand eine kleine Siedlung. Im Jahr 1490 lebten bereits 1.500 Flamen auf der Insel.
Im 15. Jahrhundert lebte auch Martin Behaim (Martinho da Boemia) in Horta. Der 1459 in Nürnberg geborene Seefahrer hatte sich zusammen mit Diogo Cao auf Entdeckungsfahrten entlang der westafrikanischen Küste einen Namen gemacht. Nach seiner Rückkehr wurde er von König João II. zum Ritter des Christusordens geschlagen. Schließlich heiratete er 1486 Joana de Macedo, die Tochter von Josse van Huerter, und lebte von 1486 bis 1492 in Horta. In Deutschland stellte er den ersten bekannten Globus vor. Es ist anzunehmen, dass der Globus unter den Eindrücken von Kolumbus und Magellan während seines Aufenthaltes auf Faial entstand.
1498 wurde Horta zur Vila erhoben.
Im 18. Jahrhundert gewann der Hafen von Horta immer mehr an Bedeutung. Der ursprüngliche Hafen lag geschützt durch den Monte Queimado und den Monte da Guia in der Bucht von Porto Pim. Die beiden Befestigungsanlagen Muralhas de Sao Sebastiao und das Hafentor Portao do Porto Pim stammen aus dem 17. Sie wurden während der spanischen Herrschaft errichtet.
unächst wurde der berühmte Pico-Wein verschifft. Jahrhundert war Horta auch Proviantstation für die amerikanischen Walfänger. Bis zu 100 Fregatten lagen in Porto Pim vor Anker.
1775 wurde der britische Entdecker Captain Cook im Hafen von Porto Pim begrüßt.
1804 kam John Bass Dabney nach Horta. Der amerikanische Geschäftsmann wurde zum US-Konsul ernannt. Die Dabneys waren die Wegbereiter der Wirtschaft auf Faial im 19. Sie besaßen eine Werft und Schifffahrtslinien. Sie waren in der Seifen-, Tabak- und Mühlenindustrie tätig.
Am 4. Juli 1833 wurde Horta zur Cidade erhoben.
1891 verließ die Familie Dabney schließlich Faial. In ihre Zeit auf Faial fällt auch der Bau der Walfabrik in Porto Pim. Erst Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde sie geschlossen.
1876 wurde mit dem Bau des Kais begonnen. Nun konnten auch die ersten Dampfschiffe im Hafen anlegen.
1893 wurde das erste Telefonkabel nach Amerika verlegt. Die Strecke führte durch Horta und so entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Knotenpunkt. Horta war der Grundstein für die Verbindung zwischen der neuen und der alten Welt. Es war aber nur das erste einer ganzen Reihe von Unterseekabeln, die in der Stadt an die Oberfläche kamen, um mit verstärkten Signalen den zweiten Teil des Atlantiks zu überqueren.
Auch die Deutsch-Atlantische Telegrafengesellschaft (DAT) sendete seit 1900 von der ostfriesischen Insel Borkum direkt nach Horta und weiter nach Manhattan Beach vor New York. 1928 zählte man 15 Kabel aus Europa, Nordamerika, Afrika und von den Kapverden. Horta war nun ein wichtiger Knotenpunkt in der Welt. Ganze Kabelkolonien entstanden. Für die Arbeiter wurde immer gut gesorgt.
Noch heute sind die Gebäude der großen Telegrafengesellschaften zu sehen. 1969 schloss die letzte Kabelgesellschaft ihre Pforten. Die Funktechnik hatte die anfälligen Fernmeldeleitungen unter dem Meer abgelöst. Heute beherbergen die Gebäude verschiedene Institutionen. In den Gebäuden der DAT sind heute Behörden untergebracht, in den Häusern der amerikanischen Western Union Telegraph Company (WUT) ist das Hotel Fayal eingezogen.
Von 1919 bis 1945 diente der Hafen auch als Landeplatz für Flugzeuge. Wasserflugzeuge legten auf ihrer Transatlantikroute in Horta einen Zwischenstopp ein. 1933 besuchte Charles Lindbergh den Hafen. Im Auftrag von Pan American prüfte er Horta als Zwischenstopp für Transatlantikflüge. Die Lufthansa war schließlich die erste Fluggesellschaft. Sie kam von 1936 bis 1938 mit Wasserflugzeugen (Katapultmaschinen) nach Horta. Später folgte PanAm mit riesigen Wasserflugzeugen. Erst im August 1971 erhielt Faial einen eigenen Flughafen bei Castelo Branco.
Seit 1976 ist die Inselhauptstadt auch Sitz des Regionalparlaments der Azoren, der Assembleia Legislativa Regional.
Auch die Universität der Azoren ist mit ihrem Institut für Ozeanographie und Fischerei im Hafen vertreten.
Am 3. Juni 1986 wurde die Marina unterhalb der Praça do Infante eröffnet. Rund 1.000 Yachten legen jährlich in Horta an.
2012 wird der Nordkai des neuen Passagierhafens der Stadt in Betrieb genommen.
2013 endet die Ära von Radio Naval. Im Januar wird der Marinesender geschlossen.

Horta ist eine Stadt mit Einbahnstraßen. In den engen Gassen des Zentrums herrscht den ganzen Tag über reges Treiben. Drei Straßen verlaufen parallel zum Hafenbecken und treffen immer wieder auf große Plätze. Die Stadt hat auch viele kleine Plätze, die fast alle im 19. und 20. Jahrhundert entstanden sind. Horta liegt an einem Hang. Wer die Stadt ausgiebig erkunden möchte, muss sich also auf einen anstrengenden Fußmarsch einstellen.
Im Süden begrenzt der 145 m hohe Vulkan Monte da Guia die Bucht von Horta. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf den Hafen und die Stadt. Aber auch die Bucht von Porto Pim mit ihrem weiten Sandstrand und die gegenüberliegende Caldeira da Inferno sind zu sehen.
Im gesamten Stadtgebiet gibt es mehrere kostenlose WLAN-Hotspots.

Ein Großteil der Häuser stammt noch aus dem 18. und 19. Jahrhundert und bietet architektonische Leckerbissen in Form von kleinen Balkonen und Erkern. Viele sind noch im typischen Kolonialstil gehalten. Seinen damaligen Reichtum verdankte Horta zahlreichen Orangenbaronen, dem Weinhandel mit der erstklassigen Ware vom benachbarten Pico und der Versorgung der Schiffe mit Kohle. Die noblen und feudalen Wohnhäuser (Solares) wurden meist zwei- bis dreistöckig gebaut.

Im 19. Jahrhundert änderte sich der Baustil. In den unteren Stockwerken befanden sich meist Läden, in den oberen Stockwerken Büros und Wohnungen.
Auch der Einfluss der Amerikaner ist an vielen Dingen erkennbar: Holzverkleidungen gerade in den oberen Stockwerken, Säulen und Säulenimitationen, Vordächer an den Eingängen, Verzierungen an den Dächern, große und vor allem hohe Fenster und Balkone mit Holzbrüstungen sind typische architektonische Elemente der Amerikaner. Typisch sind auch die ausgebauten Dachgeschosse (Casa sobre a Casa). Sie gehören zu den sichtbarsten Einflüssen der Amerikaner. Sie dienten dazu, Häuser nachträglich zu vergrößern, wenn Familienmitglieder aus dem fernen Ausland zurückkehrten. Viele dieser Dachvorsprünge heben sich farblich vom Rest des Hauses ab.
Gebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert weisen Elemente der Art Deco auf. Dies ist vor allem auf das Erdbeben von 1926 zurückzuführen, bei dem die Hälfte aller Gebäude in Horta zerstört wurde. Beim Wiederaufbau wurde daher teilweise ein neuer Baustil verwendet. Dieser Stil prägt typischerweise die Bauten aus der Zeit von 1920 bis 1939, wurde aber nur in abgewandelter Form übernommen, so dass man von einem ‚Horta Déco‘ spricht.

An der Nordseite der Strandpromenade liegt der Parque da Alagoa mit einigen Grillplätzen.

Im Norden der weitläufigen Bucht liegt auch der neue Passagierhafen, der 2012 eröffnet wurde. Hier legen die Triangulo-Fähren der Transmacor an, aber auch die großen Fährschiffe der Atlanticoline.

Die neue Kirche Igreja de Nossa Senhora da Conceicao am Ufer des Flusses Ribeira da Conceicao am Largo Padre Jose Silveira Machado ist ein moderner Sakralbau, der mit dem barocken Äußeren der anderen Kirchen bei weitem nicht mithalten kann. Es ist bereits die vierte Kirche dieser Gemeinde, die wegen der Erdbeben gebaut werden musste. Das erkennt man auch an den vielen Jahreszahlen an der Fassade: 1527 (erster Bau), 1597 (Stadtbrand durch Raleigh), 1749, 1926 (Erdbeben), 1933. Der Neubau wurde im damals typischen Art Deco-Stil ausgeführt. 1941 wurde die neu erbaute Kirche durch eine Explosion in einem benachbarten Militärgebäude stark beschädigt. Auch 1998 bröckelte der Putz, so dass das noch junge Bauwerk erneut restauriert werden musste. Im Mai 2002 wurde sie wieder eingeweiht. Trotz seines eher modernen Äußeren findet man hier einige schön verzierte Glasfenster.

Nur wenige Schritte entfernt befindet sich das Imperio da Conceicao.

Das daran anschließende Wohnviertel hinter der Ribeira da Conceicao zwischen dem nördlichen Teil der Avenida Marginal, dem Largo do Bispo D. Alexandre und der Rua José Fialho ist die eigentliche Altstadt von Horta. Sie wird ‚Vila Velha‘ genannt. Hier begann im 15. Jahrhundert die Besiedlung der Insel Faial. Es ist auch eines der typischsten Häuserviertel der Stadt. Die Gassen sind eng. Ursprünglich standen hier nur kleine Hütten mit winzigen Türen und Fenstern, gebaut aus Stein und Lehm. Man nannte sie ‚Casa popular urbana‘.

In der Rua da Conceicao 24 befindet sich das Solar dos Lacerda. Das ehemalige Herrenhaus stammt aus dem 18. An der Fassade sind noch einige Wappen der Besitzerfamilien Silveira, Lacerda, Pereira und Sarmento erhalten.

Die alte Igreja Nossa Senhora da Conceicao wurde wegen Baufälligkeit abgerissen. Aber auch sie hatte Geschichte, denn die erste Kirche aus dem 15. Jahrhundert brannte wie viele andere Gebäude beim Überfall des Conde de Essex 1597 nieder. Von 1607 bis 1615 wurde sie wieder aufgebaut. Nach einer erneuten Zerstörung wurde 1749 die dritte Kirche errichtet. Sie hatte drei Schiffe und eine Kapelle. Ende des 18. Jahrhunderts war sie jedoch so baufällig, dass sie nicht mehr benutzt werden konnte. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie noch die Matriz von Horta, aber nun ging die Hauptkirche an die Igreja do Santissimo Salvador über. Beim Erdbeben von 1926 wurde das Gotteshaus erneut weitgehend zerstört. Im Zuge der Erweiterung des Wohnviertels wurde 1941 schließlich der Abriss beschlossen. Die Stelle der alten Kirche ist heute zum Largo D. Luís eingeebnet. Der Platz wird von der Bevölkerung auch Largo do Relogio genannt.
Von der alten Kirche aus dem 18. Jahrhundert steht nur noch der Glockenturm Torre do Relogio. Er hat das Erdbeben von 1998 zwar beschädigt überstanden und ist inzwischen wieder restauriert.

Vor dem Glockenturm der abgerissenen alten Kirche liegt der kleine Park Jardim de Florencio Terra. Er wurde 1857 angelegt und war bis 1964 unter dem Namen Jardim Publico bekannt. Von hier aus hat man einen schönen Blick über die Stadt und den Hafen mit dem Pico im Hintergrund. In dem kleinen Park stehen einige imposante Bäume, darunter auch mächtige Drachenbäume, die unter ihrem Blätterdach angenehmen Schatten spenden. In der Mitte des Parks befindet sich ein kleiner See und ein Pavillon aus dem späten 19.

Florencio Terra war Lehrer am Gymnasium von Horta und einer der Lehrer des Dichters Vitorino Nemesio. Er machte sich auch als Journalist und Schriftsteller einen Namen. Er wurde am 18. Mai 1858 in Horta geboren und starb dort 1941.

1901 wurde neben dem Platz mit Garten das ehemalige Hospital da Misericordia errichtet. Heute ist hier ein Teil der Universität untergebracht.

Weiter den Berg hinauf gelangt man an der Calcada de Santo Antonio zur Capela de Santo Antonio. Das Convento und die Igreja de Santo Antonio wurden ab 1717 erbaut. Beide wurden beim Erdbeben von 1926 zerstört. Die heutige Kapelle wurde 1964 geweiht.

In der Rua da Vista Alegre befindet sich auch eine kleine Gedenkstätte. Er ist Nossa Senhora das Dores gewidmet und wurde 1965 errichtet. Ein Steinrahmen mit Kreuz umrahmt das Azulejos-Bild der Heiligen.

Etwas außerhalb der Stadt, in der Rua de Sao Lourenco, befindet sich die Ermida de Santo Amaro. Die kleine Kapelle mit zwei markanten Spitztürmen wurde in der ersten Hälfte des 16. Die Zahl 1606 an der Fassade verweist auf das Todesjahr ihres Gründers, Bruder Pereira Sarmento.
Daneben befindet sich der Imperio de Santo Antonio.

Bruder Pereira Sarmento wurde auf einer Schiffsreise von Korsaren überfallen. Er versprach, eine Kapelle zu bauen, wenn er von den Piraten verschont bliebe. So geschah es und Pereira Sarmento setzte sein Versprechen in die Tat um. 1606 starb er und wurde in der Kapelle beigesetzt.

In der Alameda Barao de Roches befindet sich das Solar do Barao de Roches. Das rosafarbene Haus mit den grünen Fensterläden war der Wohnsitz von Simao de Roches da Cunha Brum. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Haus jedoch grundlegend umgebaut.

In der Alameda Barao de Roches, 29 befindet sich das Teatro Faialense. Das Haus im Art Déco-Stil stammt aus dem Jahr 1919. Bereits 1856 befand sich hier das erste Theater der Azoren in einem Vorgängerbau, der jedoch vollständig abgerissen wurde.

In der Rua Serpa Pinto, 26 befindet sich ein altes Gebäude, dessen Grundmauern auf die erste Besiedlungswelle zurückgehen. Es ist massiv aus Basalt gebaut und typisch mit Balkonen verziert.

In der Rua Serpa Pinto, direkt an der Praca da Republica, befindet sich auch der Wochenmarkt Mercado Municipal, auf dem man sich mit frischem Obst und regionalen Produkten der drei Inseln des Triangulo eindecken kann. Der Markt wurde 1841 erbaut und 1998 renoviert. Ursprünglich wurden Steine von alten Gebäuden verwendet. Auch Blöcke der alten, baufälligen und schließlich bis auf den Turm abgerissenen Igreja da Conceicao sind darunter. Den Anstoß für den Markt hatte Jahre zuvor der Duque d’Avila e Bolama gegeben. Auch vom benachbarten Pico haben einige Händler ihre Stände auf dem Markt. Diese Marktfrauen werden hier ‚mulheres da fruta‘ genannt. Sie nehmen seit Jahrzehnten den früher oft weiten Weg von der Nachbarinsel in Kauf.

Der Largo do Bispo D. Alexandre war der erste Platz in Horta. Früher hieß er Largo do Paul, nach dem Wasser, das hier ankam.

Bischof D. Alexandre da Sagrada Familia war der Onkel und Lehrer des Dichters Almeida Garrett. Er wurde am 22. Mai 1737 in der Umgebung des Platzes geboren.

Im nördlichen Teil der Stadt befindet sich der Hauptplatz Praca da Republica. An den Platz schließt sich seit 1903 ein etwas verspielter Garten mit Wasserläufen an.

Auf dem Platz steht seit dem Erdbeben von 1926 auch ein Gebäude im Art Déco-Stil. Es ist bis unter das Dach reich verziert.

An der Westseite der Praca da Republica befindet sich die vermutlich älteste noch erhaltene Heilig-Geist-Kapelle des gesamten Archipels der Azoren. Der Imperio dos Nobres wurde nach 1759 errichtet. Mit dem Bau bedankte sich die wohlhabende Bevölkerung für den Schutz während des Vulkanausbruchs von Praia do Norte im Jahr 1672, bei dem die gesamte Insel mit einer Ascheschicht bedeckt wurde.

In der Rua de Sao Paulo, 9 befindet sich das erste Wohnhaus Bagatelle der Familie Dabney. Das Gebäude befindet sich heute in einem verwahrlosten Zustand. Einst war es eine schöne Villa mit zwei Stockwerken und einem Garten etwas oberhalb der Stadt. Bei Charles Dabney gingen sogar Könige ein und aus. Nach den Dabneys wurde das Haus von der Telegrafengesellschaft Eastern Telegraph genutzt.

Die Gebäude der Dabneys sind noch heute sichtbare Zeugen der architektonischen Entwicklung der Stadt Horta.Auch außerhalb von Horta hatten sie Häuser, z.B. in Capelo ihr Landhaus (Casa do Campo), am Monte da Guia ihr Erholungshaus (Casa da Praia) und in Flamengos eine Quinta.
Die amerikanische Familie Dabney stammt von der französischen Familie D’Aubigné ab.Der erste Besuch der Dabneys auf der Insel Faial geht auf das Jahr 1795 zurück. Im Jahre 1804 kam John Bass Dabney aus Boston nach Horta.Er sollte die Möglichkeiten des Handels mit Walöl erkunden.Zwei Jahre nach seiner Ankunft wurde er 1806 zum Konsul ernannt. Doch John Bass Dabney war ein Unternehmer mit Weitblick.Er investierte in den Handel mit Lebensmitteln und in eine kleine Werft.Unter seiner Leitung entstanden Lagerhäuser für Lebensmittel und Schiffsreparaturen.Er versorgte die großen Walfänger aus Übersee mit Proviant und neuen Mannschaften und wurde damit reich.Auch im Orangenhandel und im Export des edlen Verdelho von Pico hatten die Dabneys ihre Finger im Spiel.
Der alte Dabney kümmerte sich aber auch immer um die Bevölkerung. In schlechten Jahren ließ er Getreide aus Amerika kommen und verteilte es unter der Bevölkerung. Sein Begräbnis war das größte Fest auf Faial. Drei Generationen lang lebte die Familie Dabney in Horta. Dem alten John Bass folgte sein Sohn Charles William, ebenfalls Konsul. 1871 trat der Enkel Samuel W. Dabney in seine Fußstapfen. Die Zerstörung der Wein- und Orangenplantagen durch Pilze und Schädlinge sowie der Niedergang der amerikanischen Walfangflotte veranlassten die Dabneys schließlich 1892, Horta den Rücken zu kehren. Nur wenige Familienmitglieder blieben auf der Insel zurück. Ein weiterer Grund war sicherlich die Verlegung des amerikanischen Konsulats von Horta nach Ponta Delgada.

In der Rua Comendador Ernesto Rebelo, 19 befindet sich ein altes Herrenhaus.
Seine Grundmauern stammen noch aus den Anfängen der Stadt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es jedoch mehrfach umgebaut.Die Mauern sind immer noch massiv aus Basalt.
Ein weiterer ehemaliger Adelssitz befindet sich in der Rua Comendador Ernesto Rebelo, 14. Er ist inzwischen im Besitz der Regionalregierung und wurde Ende des 20.Heute arbeiten hier Teile der Regierung.Die Wappen an der Fassade sind kunstvolle Steinmetzarbeiten.
Das dritte Anwesen befindet sich in der Rua Comendador Ernesto Rebelo, 10. Das Solar dos Andrade ist ein großes Barockgebäude, das im 17. Jahrhundert der Familie Andrade gehörte.Heute ist es im Besitz von INATEL.

Ein architektonisch bemerkenswertes Gebäude ist das Clubhaus der Sociedade Amor da Patria in der Rua D. Pedro IV. Das Vereinsgebäude dieser Freimaurer wurde zwischen 1931 und 1934 von dem Architekten Norte Junior erbaut.Auf dem Dach befinden sich die Wappen der Stadt und des Landes sowie eine Nachbildung der Hortensienhecken.
Das Gebäude ist reich an Jugendstilelementen. Im Jahre 1976 trat hier zum ersten Mal die Regionalregierung zusammen, um die erste Gesetzgebung der Regionalregierung der Azoren zu verabschieden. Die Freimaurergesellschaft Amor da Patria besteht seit 1859.

Die Gesellschaft Amor da Patria wurde am 28. November 1856 gegründet und spielt auch heute noch eine wichtige Rolle im kulturellen Leben von Horta.
Im Jahre 1862 gründete die Gesellschaft die Bank Caixa Económica Faialense.
Die Praca Duque d’Avila e Bolama nimmt eine zentrale Stellung ein.
Bis 1871 hieß der Platz Largo do Colegio. Der Platz hat sich immer wieder verändert.So stand früher an der Nordseite anstelle des Postamtes (CTT) das prächtige Herrenhaus Solar dos Brum.Es wurde 1941 abgerissen. In der Mitte des Platzes steht eine Statue des Duque de Avila e Bolama.

Der Herzog von Avila und Bolama war einer der Vorkämpfer des portugiesischen Liberalismus und mitverantwortlich dafür, dass Horta am 4. Juli 1833 zur Cidade erhoben wurde. Er wurde am 8. Mai 1807 in Horta geboren, war Präsident des Stadtrates und später Minister. Er starb 1881.

Der mächtige Palacio do Colegio des einst so mächtigen Jesuitenordens beherbergt heute die Hauptkirche von Horta, die Igreja Matriz do Santissimo Salvador, das Rathaus und das Stadtmuseum.Das Gebäude dominiert in einzigartiger Weise die Praca Duque d’Avila e Bolama.

Der Bau der barocken Hauptkirche Igreja Matriz do Santissimo Salvador am Largo Duque d’Avila e Bolama begann bereits 1680 und zog sich über Jahre hin.
Erst 1760 war der Bau vollendet. Ursprünglich hieß die Kirche Igreja do Colegio.
Damals war sie Nossa Senhora dos Prazeres geweiht. Die Kirche gehört zum angrenzenden Jesuitenkolleg und ist einer der größten Sakralbauten der Azoren.
Im Jahre 1825 wurde die Matriz zur heutigen Pfarrkirche, nachdem die Igreja da Conceicao wegen Baufälligkeit nicht mehr genutzt werden konnte.
1926 wurde das Kirchengebäude durch ein Erdbeben stark beschädigt.Nach dem mühsamen Wiederaufbau und einer erneuten Restaurierung in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts verursachte das Erdbeben von 1998 weitere Schäden. Erhalten blieben jedoch schöne Azulejos und prächtige Schnitzereien.
Hinter der schlichten, aber eindrucksvollen Fassade verbirgt sich ein reich verziertes Inneres.Besonders sehenswert sind der silberne Altaraufsatz, die vergoldeten Holzschnitzereien, die Altaraufsätze im Querschiff, die Fliesenbilder, das kunstvoll gearbeitete Messbuch aus Palisanderholz mit Elfenbeinintarsien, der große Schrein aus Pockholz und eine Orgel aus dem frühen 19. Mit all diesen Kostbarkeiten ist die Kirche ein Beispiel für die portugiesische Sakralkunst des 18.Das Gebäude dominiert in einzigartiger Weise die Praca Duque d’Avila e Bolama.[…]
Bemerkenswert sind die Azulejos an den Seitenwänden des Chors. Sie stammen aus dem 17. Jahrhundert und zeigen Szenen des heiligen Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens.
In den beiden Marienkapellen Capela de Nossa Senhora de Lourdes und Capela de Nossa Senhora da Assuncao befinden sich holzgeschnitzte Altäre. Beide sind zusätzlich mit Rundsäulen geschmückt. Eine der Kapellen ist dem Heiligen Petrus geweiht. Die erste Seitenkapelle rechts ist St. Paulus geweiht. Auch sie ist mit wunderschönen Azulejos geschmückt. Links ist die große Kollekte dargestellt, rechts der Schiffbruch des Paulus im Mittelmeer auf dem Weg nach Rom. Über dem Altarraum ist eine Wandnische Nossa Senhora dos Prazeres gewidmet. In der Sakristei befindet sich ein großer Schrank aus Jakaranda, der mit zahlreichen Bildern verziert ist.
1719 wurde mit dem Bau des Jesuitenkollegs Colegio dos Jesuitas begonnen. Die Missionare hatten Horta als Ruhestätte gewählt. Sie waren vor allem in Brasilien und im Orient tätig. Um in den portugiesischen Kolonien missionieren zu können, mussten die Jesuiten vorbereitet werden. Als die Jesuiten 1759 aus Portugal und auch von den Azoren vertrieben wurden, war das riesige Kloster noch nicht einmal fertiggestellt. Das alte Jesuitenkolleg besteht aus zwei Gebäudeteilen, einem im Süden und einem im Norden des Klosters. Beide Teile wurden durch das Erdbeben von 1926 schwer beschädigt und bis 1930 weitgehend wieder aufgebaut. Die alte Architektur blieb jedoch nicht vollständig erhalten.

Der Nordflügel beherbergt heute das Rathaus Pacos do Concelho. Über dem Haupteingang wacht das Wappen von Francisco Ultra de Quadros, Nachkomme des ersten Donatarkapitäns der Insel und Hauptinitiator für den Bau der Matriz.

Der Südflügel dieses überdimensionierten Prachtbaus beherbergt heute das Stadtmuseum Museu da Horta und einige Behörden. Den Eingang bildet ein imposantes Portal mit dem Wappen der Jesuiten. Das Museum nutzt Teile des ersten und zweiten Stockwerks des Südflügels links von der Kirche. Das Stadtmuseum wurde 1977 gegründet und befindet sich seit 1989 an diesem Ort. Seit dem Jahr 2000 hat das Stadtmuseum auch eine kleine Zweigstelle in Capelinhos. Das einzige Problem des Museums ist der Platzmangel. So können nicht alle Ausstellungsstücke gleichzeitig gezeigt werden. Zu den Dauerausstellungen gehört eine sehenswerte Sammlung von Feigenbaum-Modellen (Miolo de Figueira), weltweit einzigartig, die der Künstler Euclides Rosa in der Tradition dieses seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf Faial praktizierten Kunsthandwerks angefertigt hat. Sie zeigen Gebäude, Schiffe, Windmühlen und Darstellungen des azoreanischen Lebens. Sie wurden in unzähligen Stunden von Hand aus dem weißen Mark des Feigenbaums naturgetreu nachgebildet. Die ersten Modelle stammen aus dem Jahr 1847 und wurden bereits 1855 auf der Weltausstellung in Paris gezeigt. Das Museum zeigt auch antike Möbel und Gemälde. Das Museum beherbergt außerdem bedeutende Sammlungen aus verschiedenen Bereichen, die in ihrer Gesamtheit die Geschichte und das kulturelle Erbe der Insel widerspiegeln. Besonders hervorzuheben sind die ethnographische Abteilung und die Gemäldesammlung mit Werken aus dem 16. bis 20. Jahrhundert von António Dacosta, Manuel Lapa, Mário Cesariny, Sousa Pinto und anderen.

Das Kunsthandwerk Miolo de Figueira wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekannt und beliebt. Es ist jedoch viel älter und zählt zu Recht zu den charakteristischen Kunsthandwerken der Insel.
Euclides Rosa, der 1910 auf Faial geboren wurde, hat einen Großteil der Exponate geschaffen. Er war Ingenieur bei einer Kabelgesellschaft in Horta. Im Jahr 1922 begann er mit den ersten Feigenbaum-Modellen. Ab 1946 widmete er sich ganz dieser Kunst. Nach seinem Tod 1979 in Brasilien wurde sein Werk 1980 dem Museum übergeben. Die Häusermodelle bestehen teilweise aus bis zu 10.000 Schnitzteilen und wiegen dennoch nur wenige hundert Gramm. 70 Modelle werden gezeigt. Sie wiegen zusammen nur 1,2 kg. Am Modell der Sociedade Amor e Patria hat Euclides Rosa über 1.500 Stunden gearbeitet. Auch der Turm von Belém, ein komplettes Dorf auf den Azoren oder ein Miniaturmodell der Queen Mary gehören zur Sammlung.

Am Largo Duque d’Avila e Bolama, 5, befindet sich ein auffälliges Gebäude mit Kacheln.

Ein weiteres Gebäude an diesem Platz ist das Polizeipräsidium (PSP). Es wurde nach dem Erdbeben von 1926 errichtet. Auffällig sind die eher untypischen Säulen am Haupteingang.

An der Ecke zur Rua Serpa Pinto befindet sich ein Gebäude im Art Déco-Stil. Es weist die typischen Balkone und Dachelemente auf.

In der Rua Eduardo Bulcao befindet sich das Imperio de Sant’Ana. Es stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert, aber die dazugehörige Bruderschaft wurde bereits 1898 gegründet.

In der Rua Visconde de Santana befindet sich der ehemalige Prunkbau Placete de Sant’Ana mit der dazugehörigen Ermida de Sant’Ana. An beiden bröckelt allerdings der Putz. Die Gebäude stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Hier wohnte Morgado Cunha.

Die Igreja de Nossa Senhora do Carmo im Convento do Carmo am Largo da Igreja do Carmo hoch über der Stadt ist meist verschlossen. Sie ist leider eine der letzten Kirchen, die nach dem Erdbeben von 1998 nicht renoviert wurden und sieht ziemlich heruntergekommen aus. Dennoch ist sie ein schöner Aussichtspunkt über den Dächern von Horta.
Mit dem Bau des Karmeliterklosters mit angeschlossenem Hospiz wurde 1652 begonnen. Eine kleine Kapelle, die Nossa Senhora da Boa Nova geweiht war, wurde angebaut. Das Klostergebäude wurde beim Erdbeben von 1926 zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte jedoch nicht originalgetreu.
Der Bau der ehemaligen barocken Klosterkirche begann 1698, dauerte aber fast ein Jahrhundert und wurde erst 1797 abgeschlossen. Ihr Inneres besticht noch heute durch die barocke Pracht der vergoldeten Holzschnitzereien, der Fliesenbilder und der Skulpturensammlung aus dem 18. Heute finden in der Kirche keine Gottesdienste mehr statt. Die Capela do Santíssimo Sacramento wurde von Erzbischof D. Antonio Taveira Brum gestiftet, die Capela de Santa Filomena wurde von der Familie Terra finanziert und die Capela de Jesus, Maria, José konnte mit Mitteln von Lacerda Pereira eingerichtet werden.

An die Kirche angegliedert wird künftig das Museum für sakrale Kunst (Museu de Arte Sacra) sein, das bis 1998 im Convento de Sao Francisco untergebracht war. Es ist das einzige seiner Art auf den Azoren und wurde von Julio da Rosa da Silveira gegründet. Die Sammlung der Exponate begann um 1950 und wurde 1963 durch ein Dekret des Bischofs von Angra bestätigt. So konnte das Museum für Sakrale Kunst 1965 in der Capela de Passos offiziell eröffnet werden. Seit dem Erdbeben von 1998 sind nur noch wenige Exponate im Stadtmuseum zu sehen. Zu den Exponaten des Museums gehören Statuen, Kirchenmöbel und Altäre aus den vergangenen Jahrhunderten. Sie spiegeln den religiösen Einfluss Portugals, Flanderns und Spaniens wider. Die Heiligenfiguren gehen auf das 15. Jahrhundert zurück, die meisten stammen jedoch aus dem 17. und 18. Aus der Zeit der ersten Besiedlung ist nur wenig erhalten. Die schönsten Stücke fielen meist Plünderern und Piraten in die Hände. Erhalten geblieben ist z.B. ein Messingkreuz, das König D. Manuel I. 1514 der Igreja de Santa Catarina in Castelo Branco schenkte. Aus dem 15. oder frühen 16. Jahrhundert stammen zwei Schnitzfiguren, die Sao Antao und Sao Cosme darstellen. Viele Schnitzfiguren wurden auf den Azoren aus Zedernholz hergestellt. Einige Stücke stammen aber auch aus Flandern. Die Heiligenfiguren stammen nicht nur aus zerstörten Kirchen und Kapellen, sondern auch aus Privatbesitz.

Pater Julio da Rosa da Silveira wuchs in der Pfarrei Angustias in Horta auf und ist seit 1949 Pfarrer. Er hat stets die Verbindung zwischen Kirche und Gesellschaft gesucht und gilt als einer der Spezialisten für den Einfluss der Flamen auf die Azoren. Sein größtes Werk ist natürlich die Gründung des Museu de Arte Sacra.

Oberhalb der Stadt erhebt sich der 267 m hohe Monte Carneiro. Von hier aus kann man die Stadt und den Kanal überblicken. Auf der anderen Seite schweift der Blick über das Flamengos-Tal.
Unterhalb des Hügels befinden sich einige militärische Anlagen. Hier wurde während des 2. Weltkrieges eine Flakstellung zur Luftverteidigung der Stadt Horta errichtet. Das Gebiet steht heute noch unter militärischer Verwaltung, wird aber nicht mehr genutzt. Der Zugang ist nur mit Genehmigung des Verteidigungsministeriums möglich.

In der Rua Walter Bensaude, 11, steht noch ein Haus, das Ende des 16. Die Steinfassade ist reich verziert. Zu dieser Zeit errichteten wohlhabende Familien hier ihre Adelshäuser (Solares). Es wurde nur hochwertiger Basalt verwendet. Die meisten Häuser sind langgestreckt und zweigeschossig.

In der Rua Walter Bensaude 14 befindet sich ein großes Gebäude, das der Familie Bensaude gehörte. Es soll die öffentliche Bibliothek und das Stadtarchiv beherbergen.

Der Gebäudekomplex des ehemaligen Franziskanerklosters Convento de Sao Francisco wurde ab 1696 errichtet. Das ursprüngliche Kloster wurde 1597 während des Angriffs von Sir Walter Raleigh niedergebrannt. Bis zum Erdbeben von 1998 beherbergte es das Museu de Arte Saca, ein Museum für sakrale Kunst. Es wurde 1965 offiziell in der Capela de Passos eröffnet, wo es mehr als drei Jahrzehnte blieb. Als diese nach 1998 aus Sicherheitsgründen renoviert werden musste, beschloss man, das Museum in die Igreja de Nossa Senhora do Carmo zu verlegen. Die dortigen Renovierungsarbeiten mussten jedoch erst abgeschlossen werden. Seitdem sind im Stadtmuseum nur einzelne Exponate zu sehen.

Zum Klosterkomplex gehört auch die Igreja de Sao Francisco. Sie ist auch unter ihrem alten Namen Igreja de Nossa Senhora do Rosario bekannt. Mit dem Bau wurde 1696 parallel zum Kloster begonnen. Im Jahr 1700 wurde die Kirche geweiht. In den Jahren 1939, 1972 und zuletzt 2002 wurde das Gebäude nach Erdbebenschäden restauriert. Die Kirche ist wegen ihrer barocken Fassade sehenswert. Sie besteht aus drei breiten Kirchenschiffen. Sehenswert ist auch der Hochaltar, der nicht nur durch seine Höhe, sondern auch durch seine reiche Vergoldung besticht. Er ist heute eines der wertvollsten Relikte der Kirchenkunst auf den Azoren. In der Kapelle der Nossa Senhora do Rosario befindet sich auf der rechten Seite ein Bildnis des Heiligen Benedikt aus dem Franziskanerorden. Auf 25 Kacheln im Altarraum wird das Leben Marias dargestellt. An den Seitenwänden befindet sich eine Reihe von Azulejos. Sie stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert und stellen Szenen des Heiligen Franziskus von Assisi dar. Die Kirche ist jedoch die meiste Zeit geschlossen und wenn, dann nur für die Morgenmesse durch einen Seiteneingang geöffnet.

Ein modernes Gebäude gehört zur Caixa Geral de Depositos in der Rua Conselheiro Medeiros. Es wurde vom Architekten Teotónio Pereira entworfen und Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts errichtet. Das Hauptgebäude weist moderne Elemente auf, aber das Dach greift die Form der alten klassischen Giebel auf.

In der Rua Conselheiro Medeiros, 18 befindet sich ein Gebäude im Art Déco-Stil. Hier wohnte der französische Konsul und der Direktor der Fayal Coal. In den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts fanden hier regelmäßig Bälle statt. Im Hinterhof befindet sich ein kleiner Garten, der auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

In der Rua Conselheiro Medeiros, 4 befindet sich ein weiteres Gebäude im Art Déco-Stil. Es ist dreistöckig und mit kleinen Balkonen verziert.

An der Praca do Infante, Rua Conselheiro Medeiros, 1, gleich um die Ecke, befindet sich das Café Internacional. Das dreistöckige, türkisgrüne Haus ist kunstvoll im Stil der Arte Deko verziert. Das Café wurde 1926 gegründet. Wegen der vielen Verzierungen im Inneren ist ein Besuch ein Muss. Man fühlt sich um hundert Jahre zurückversetzt. Darunter befinden sich auch Originalzeichnungen von Almada Negreiros.

Das Zentrum markiert der Praca do Infante mit seinen Palmen. Hier spielt sich das Leben ab. Am Ufer entlang führt die Promenade, eine Straße weiter liegt die Haupteinkaufsstraße und rundherum stehen schöne alte Bürgerhäuser. Das Erdbeben von 1926 zerstörte einen Großteil der Gebäude rund um den Platz. Bis 1897 hieß der Platz Largo de Neptuno. Noch im 17. Jahrhundert reichte das Meer bis an diesen Platz heran. An den Platz schließt sich ein schöner Garten mit einem Pavillon an. Hier steht auch eine Büste von Heinrich dem Seefahrer (Infante D. Henrique). Sie wurde 1960 anstelle einer Statue auf dem Basaltsockel aufgestellt.

Am Meer entlang verläuft die Avenida Marginal (Avenida 25 de Abril). Sie bildet quasi die Grenze zwischen Stadt und Hafengebiet und reicht von der Praca do Infante bis hoch zum Parque da Alagoa. Die Straße ist nicht nur die Hauptverkehrsader der Stadt, sondern auch ein künstlicher Wellenbrecher, der die vorderen Häuserfronten schützen soll. Er wurde zwischen 1956 und 1965 errichtet.

In der Rua Marcelino Lima befindet sich die Assembleia Legislativa Regional dos Acores. Das Gebäude wurde von dem Architekten Manuel Correia Fernandes entworfen. Seit 1990 werden hier die Gesetze der Regierung der Azoren verabschiedet. Eine große Kuppel markiert den großen Plenarsaal nach außen. Von 1976 bis 1980 tagte das Parlament im Gebäude der Sociedade Amor da Patria, danach bis 1990 im Hauptgebäude der DAT in der Colonia Alema.

Die Azoren sind eine autonome Region Portugals. Sie verwaltet sich selbst und ist grundsätzlich politisch und wirtschaftlich unabhängig. Die Regionalregierung der Azoren bildet ein eigenes Parlament. Die Abgeordneten werden aus den Wahlkreisen aller Inseln für vier Jahre gewählt. Jede Insel stellt zunächst zwei Abgeordnete. Pro 6.000 Wahlberechtigte kommt ein weiterer Abgeordneter hinzu.

Ein eigener Stadtteil von Hortas ist das Gebiet der ehemaligen Residenzen der Telegrafengesellschaft. Die Gebäude liegen alle entlang der Rua Consul Dabney und den davon abzweigenden Gassen und Hinterhöfen.

Das Gebäude von Cable & Wireless war nach seiner Nutzung durch die Telegrafen lange Zeit das Gymnasium (Liceu) von Horta. Auch von den Inseln Pico, Sao Jorge, Flores und Corvo kamen die Gymnasiasten hierher. Heute ist es die Grundschule Escola Basica Dr. Manuel de Arriaga mit einem Gymnasium.

Auch das alte Umspannwerk der Central Electrica gehört dazu. Sie versorgte früher das ganze Viertel mit Strom. Heute ist hier die Kantine der Schule untergebracht.

1899 wurde mit dem Bau des Trinity House begonnen. Es wurde 1902 fertiggestellt und beim Erdbeben von 1926 schwer beschädigt. Bereits ein Jahr später wurde es wieder aufgebaut. Das Gebäude beherbergte die ersten drei Gesellschaften in Horta: die Europe Azores Telegraph Company (EAT), die Commercial Cable Company (CCC) und die Deutsch-Atlantische Telegraphengesellschaft (DAT). Heute beherbergt es das Gymnasium von Horta.

Direkt neben dem Trinity House befindet sich das Estacao Conjunta dos Cabos. Das Haus wurde 1926 von Cable & Wireless erbaut.Das Gebäude ist nach allen Regeln erdbebensicher gebaut und gilt insgeheim als das sicherste Haus auf Faial.Auch hier sind heute Teile der Sekundarschule untergebracht.

Im Haus Waldorf wohnten die Techniker der Europe & Azores Telegraph Company. Heute wird es für kulturelle und sportliche Veranstaltungen genutzt.

Ein ganzes Stadtviertel wurde von der Deutsch-Atlantischen Telegraphengesellschaft (DAT) beansprucht.Das Areal Bairro Residencial da D.A.T. der Colonia Alema wurde ab 1919 nach dem Ersten Weltkrieg errichtet, um die Kabelverbindung von Borkum über Horta nach New York betreiben zu können.Insgesamt fünf Gebäude gruppieren sich um einen zentralen Platz.An der Casa do Relogio zeugen noch schöne, bunt verzierte Fensterscheiben von alten Zeiten. Zu sehen sind alte Wappen von Städten und Königreichen aus dem 19. Jahrhundert, unter anderem von Württemberg, Bayern, Sachsen und Preußen.Inzwischen hat die Landesregierung die Gebäude erworben und nutzt sie. Das Haus des Direktors der D.A.T. beherbergt heute das Conservatorio Regional da Horta.

Auch von den Inseln Pico, Sao Jorge, Flores und Corvo kamen die Gymnasiasten hierher.

Heute ist es die Grundschule Escola Basica Dr. Manuel de Arriaga mit einem Gymnasium. Auch das alte Umspannwerk der Central Electrica gehört dazu.Sie versorgte früher das ganze Viertel mit Strom.

Vergleichsweise klein ist dagegen das Wohnviertel Bairro Residencial da Commercial Cable Company. Zu dieser Gesellschaft gehört auch die Villa Houghton.

Nichts hat die Stadt in den letzten hundert Jahren mehr geprägt als die Kabelbetreiber. Den Anfang machte die britische Europe & Azores Telegraph Company (EAT) mit ihrer Verbindung vom portugiesischen Carcavelos über Sao Miguel nach Horta.

Am 22. August 1893 wurde die Strecke in Betrieb genommen.
Im Jahr 1900 folgte die Deutsch-Atlantische Telegraphengesellschaft (DAT) mit der Verbindung von Borkum nach Horta und weiter nach New York. Immerhin 500 Zeichen konnten pro Minute übertragen werden.So konnten Wetterdaten vom Atlantik und aus Übersee schnell und aktuell nach Europa übermittelt werden.
Auch die amerikanische Commercial Cable Company (CCC) mit einer Verbindung ins kanadische Nova Scotia kam zur gleichen Zeit hinzu. Bereits 1903 folgte ein weiteres Kabel von Borkum nach New York durch die DAT, drei Jahre später 1906 eine Verbindung vom englischen Cornwall nach Horta.In den folgenden Jahren wurden auch Kabel nach Afrika und Südamerika verlegt.Hinzu kamen die Gesellschaften Eastern Telegraph Company (Easter aus England),
Cable & Wireless, Limited (C&W – aus England) und die Compagnie Francaise des Cables Télegraphiques (CFCT aus Frankreich).Der Telegrafenverkehr boomte.Inzwischen hat die Landesregierung die Gebäude erworben und nutzt sie.Das Haus des Direktors der D.A.T. beherbergt heute das Conservatorio Regional da Horta. Das Wohnviertel Bairro Residencial da Cable & Wireless besteht aus sechs kleineren Häusern, die alle nach dem Erdbeben von 1926 errichtet wurden. Von 1925 bis 1928 wurde das Wohnviertel Bairro Residencial Western Union Telegraph Company mit verstärkten Mauern weitgehend erdbebensicher gebaut.Seit 1973 befindet sich dort das heutige Hotel Fayal.In den ehemaligen Telegrafenwohnungen kann man heute also als Tourist übernachten.
Western Union Telegraph Company (WU aus Amerika) und Compagnia Italiana dei Cavi Sottomarini (CICS aus Italien) kamen noch hinzu. Die WU verlegte technisch sichere Leitungen, auf denen bis zu fünf Nachrichten gleichzeitig übertragen werden konnten. So konnten bis zu 1.500 Zeichen pro Minute in eine Richtung fließen.

Die Italiener der CICS stellten eine Verbindung (Italcable) nach Málaga auf der iberischen Halbinsel her. Bis 1928 waren in Horta 15 Kabelverbindungen in Betrieb. In diesem Jahr wurde das letzte Kabel installiert.
Es übertrug in zwei Richtungen maximal 3.000 Zeichen auf fünf Kanälen. 1939 hatten die Kabelgesellschaften ihre beste Zeit hinter sich und es ging stetig bergab.Die aufkommende Funktechnik machte die in die Jahre gekommenen und anfälligen Kabel nach und nach überflüssig.Auch der zunehmende Transport von Briefen mit Transatlantikflugzeugen reduzierte das Datenaufkommen.Inzwischen haben Satelliten den Fernmeldedienst weitgehend abgelöst. 1962 wurden die Kabel zwischen Horta und Nova Scotia sowie Waterville stillgelegt.1969 schließlich verließ die letzte Kabelgesellschaft die Stadt.
Geblieben ist bis heute die Zeitung ‚O Telegrafo‘.Sie wurde 1893 gegründet und berichtet laufend über neu eingetroffene Jachten.

Im Ersten Weltkrieg kappten die Engländer die deutschen Kabel der DAT.Die Deutschen wurden vertrieben.Die verbliebenen vier Leitungen teilten sich Briten und Franzosen.Nach dem Krieg ging die Kommunikation für alle weiter.Western Union Telegraph Company (WU aus Amerika) und Compagnia Italiana dei Cavi Sottomarini (CICS aus Italien).
1899 wurde das Gebäude an die Telegrafengesellschaft Europa und Azoren verkauft. Im Jahre 1969 ging es in den Besitz der Organisation ‚Lar das Criancinhas‘ über, die dort einen Kindergarten einrichtete, der heute noch besteht.

In der Rua Consul Dabney befindet sich das dritte Anwesen der Familie Dabney. Die Villa The Cedares ist im typischen Kolonialstil erbaut. Sie wurde 1851 von Charles‘ ältestem Sohn John Pomeroy Dabney erbaut. Das imposante Gebäude mit großer Veranda bietet einen fantastischen Blick über die Bucht. Im Jahr 1900 wurde das Haus an die Kabelgesellschaft Commercial Cable verkauft. Heute befindet es sich in Staatsbesitz und dient als Residenz des Präsidenten der Regionalregierung.

Horta ist eine Stadt am Wasser, und da es auf Faial nur wenige Zugänge zum Meer gibt, war schon früh klar, dass sich der gesamte Schiffsverkehr auf diesen Teil der Insel konzentrieren würde.
Die Lage mitten im Atlantik begünstigte den Handel. Schiffe auf dem Weg nach Amerika und in den Orient füllten hier ihre Proviantvorräte auf und tankten Frischwasser. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Hafen zu einem regelrechten Handelszentrum. Orangen und Wein von der Nachbarinsel Pico wurden im großen Stil exportiert. Später war Horta ein Zentrum des Walfangs und bis zu 400 Walfängerboote lagen in der Bucht vor Anker. Der daraus resultierende Reichtum spiegelt sich vor allem in der noblen Architektur wider.
So wurde am 20. März 1876 mit dem Bau des Handelshafens und der Mole begonnen. Der massive Wellenbrecher schützt den Hafen seitdem zuverlässig.

Der Yachthafen Marina da Horta ist die erste Anlaufstelle in Horta. Er wurde am 3. Juni 1986 als erster auf den Azoren eröffnet und liegt gewissermaßen auf dem Weg von Lissabon nach New York, also zwischen der Alten und der Neuen Welt.
Seit Jahrhunderten steuern Weltumsegler Horta an. Waren es zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur eine Handvoll Seefahrer pro Jahr, so legen heute Jahr für Jahr über 1.200 Yachten an, um ihre Proviantreserven aufzufüllen. Doch erst seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wird die Stadt immer beliebter.
Heute sind die Kaimauern überfüllt mit bunten Bildern, mit denen sich jeder verewigen und vor Unheil schützen will. Ein Aberglaube besagt, dass man sich an der Hafenmauer verewigen muss, um den Schutz Gottes für den Rest der Reise zu erhalten. Die Hafengemälde sind wahre Kunstwerke. Für Neuankömmlinge ist allerdings kaum noch Platz. Fast alle Betonflächen sind inzwischen ausgefüllt. Selbst die 1986 noch jungfräulich übergebene neue Hafenmauer ist schon wieder bis auf den letzten Platz bemalt.

In der Marina liegen Millionenyachten neben Nussschalen, und der Sportsegler grüßt jeden Morgen den alten Fischer, der an ihm vorbeifährt. Höhepunkt rund um den Hafen ist jedes Jahr die Semana do Mar im August.

Neu ankommende Segler können zunächst am Empfangspier festmachen. Hier befindet sich auch die Tankstelle. Danach sollte man das Marinabüro oder alternativ die Capitania und die Guarda Fiscal zum Einklarieren aufsuchen. Derzeit sind 240 Liegeplätze vorhanden. Wasser- und Stromanschlüsse sind vorhanden. Im Marinagebäude befinden sich auch Wasch- und Duschmöglichkeiten sowie Waschmaschinen und Trockner. Aktuelle Wettervorhersagen des Observatoriums in Horta werden ausgehängt. UKW-Kanäle: 16, 10, 11, 6 (Rufzeichen: hortamarina).
Der Clube Naval da Horta ist einer der aktivsten Yachtclubs des Archipels. Er ist auf den VHF-Kanälen 16 und 72 zu hören und bietet auch Bootsreparaturen an. Bei der Policia Maritima in der Capitania erhält man auch portugiesische Seekarten der Azoren.

Mit der Entwicklung des Jachthafens ist auch der Tourismus verbunden. So ist die Sportfischerei heute die Fortsetzung des klassischen Berufes als Freizeitbeschäftigung. In den letzten 25 Jahren wurden fünf der sechs Fangrekorde der Welt rund um die Azoren aufgestellt.
Die Yacht Double Header kehrte mit einem 274 kg schweren Blue Marlin an der 5-kg-Leine und einem 524 kg schweren Marlin an der 20-kg-Leine zurück. Die Yacht Shanghai fing einen 477 kg schweren Blue Marlin an einer 35 kg Leine. In der Regel werden die Fische wieder ins Meer zurückgesetzt. Nur Rekordgrößen werden an Land gebracht.

Am 22. Mai 1919 landete das erste Flugzeug, das den Atlantik überquerte, im Hafen von Horta.
Albert Read war mit einem viermotorigen Flugzeug vom Typ NC4 von Trepassey Bay in Nordamerika aus 15 Stunden und 18 Minuten unterwegs. Auf dem Weg nach Plymouth in England machte er Zwischenlandungen in Horta und Ponta Delgada. Er war der erste Mensch, der den Atlantik mit dem Flugzeug überquerte.
In den folgenden Jahren wurden viele Pläne geschmiedet. 1929 folgte der zweite Flug über Horta mit einer zwölfmotorigen Maschine vom Typ DO-X (Dornier Wal). Mit einem Gewicht von 30 Tonnen und zwölf Propellermotoren an den Tragflächen war es damals das größte Flugzeug der Welt. Ein Jahr später landete ein Zeppelin in Horta, und auch die Weltausstellung 1933 in Chicago führte über Horta. Im selben Jahr wählte Charles Lindbergh im Auftrag der PanAm Horta als künftigen Hafen für Transatlantikflüge aus. Die Lufthansa kam den Amerikanern zuvor und landete 1936 mit der ‚Zephir‘ zum ersten Mal nach Flugplan. Die Lufthansa setzte vor allem Katapultflugzeuge ein. Sie starteten vom Schiff aus und waren nicht mehr vom Seegang abhängig. 1939 nahm auch PanAm mit Boing 314-Flugzeugen den Liniendienst auf. Auch die Vorgängergesellschaft von British Airways, Imperial Airways, und Air France landeten hier. Doch die Flugverbindungen waren anfällig und trotz der guten Wasserlage des ruhigen Hafens vor allem vom Wetter abhängig. PanAm-Passagiere saßen einmal mehrere Wochen fest und brachten zum Zeitvertreib die Zeitung ‚The Swell‘ heraus.
Nach dem 2. Weltkrieg gab es mit dem von den Amerikanern neu gebauten Flughafen auf Santa Maria eine wesentlich bessere Alternative zur Wasserlandung in Horta.

Das Forte de Santa Cruz in der Rua Vasco da Gama stammt aus dem 16. Es wurde 1567 zum Schutz des Hafens als erste große Festung auf Faial errichtet und dominiert das Hafenbild. Sie diente in erster Linie dazu, die Bewohner der Stadt vor Piratenangriffen zu schützen. Früher war sie Rückzugsort für die kleine Bevölkerung bei Piratenangriffen. Mitte des 20. Jahrhunderts gab es Pläne, die Festung für den Bau der Avenida Marginal abzureißen und auf den Monte da Guia zu verlegen. Diese Pläne wurden jedoch verworfen. Der Eingang befindet sich gegenüber dem Turismo. Die alte Festung ist von Efeu umrankt. Sie beherbergt heute ein Hotel, das 2004 nach einer Renovierung wieder eröffnet wurde.

Im Inneren der Festung befindet sich die Ermida de Santo Antonio. Sie wurde wahrscheinlich im 17.

Am Anfang der Rua Vasco da Gama steht die Casa PanAm. In diesem Gebäude befanden sich die Büros der Fluggesellschaft PanAm. Sie nutzte Horta mit ihren Wasserflugzeugen als Zwischenstopp auf dem Weg von und nach Amerika bis 1939. Das Gebäude stammt aus dem 19. Heute gehört das Gebäude der Santa Casa da Misericórdia und wird vom Zoll (Alfandega) genutzt.

In der Rua Vasco da Gama, 28 befindet sich das Haus der TAP. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und weist die typischen Dekorationselemente dieser Zeit auf, wie z. B. die verzierte Dachkante und die Eisengeländer.

In der Rua Vasco da Gama befindet sich das Gebäude der Sociedade de Carvao e Fornecimentos do Faial, Lda, früher bekannt als Fayal Coal. Das Unternehmen versorgte die Schiffe mit Kohle und Proviant. Die 2. Etage war früher der Wohnbereich.

In der Rua Vasco da Gama 42 befindet sich das Gebäude der Bensaude & Companhia, Lda. der Familie Bensaude. Sie hat seit dem 19. Jahrhundert die Geschichte der Azoren mitgestaltet. Angefangen hat es mit dem Transport auf dem Seeweg, später stieg man in den Tourismus ein.

Ebenfalls in der Rua Vasco da Gama befindet sich das Imperio da Infancia. Es gehört der Familie Azevedo, die auch das Café Sport betreibt, und wurde 1918 erbaut. Bemerkenswert ist die Kaiserkrone aus Walknochen in der Kapelle des Heiligen Geistes. Sie ist wohl einzigartig.

Treffpunkt für Segelfreunde ist das Peter Café Sport in der Hafenstraße Rua Tenente Valadim, 9. Es ist allerdings mehr eine Institution als ein Café. Das Publikum ist bunt gemischt wie am ersten Tag. Allerdings kommen heute mehr Touristen ins Cafe Sport als wirklich Hilfesuchende.

Der Gründersohn José Azevedo wurde während des Zweiten Weltkriegs von einem englischen Kapitän in Peter umgetauft. So kam er zu seinem Spitznamen, der inzwischen zum Markenzeichen geworden ist. Schon mit 16 Jahren arbeitete er im Hafen. Jeden Tag stand er hinter dem Tresen oder in der Souvenir-Ecke. Seine Hose war immer etwas zu weit und wurde von dicken Hosenträgern gehalten. Im Frühjahr 2005 erlitt José Azevedo einen Schlaganfall und musste fortan kürzer treten. Am 19. November 2005 starb José Azevedo im Alter von 80 Jahren nach einem erfüllten Leben in Horta.

Das Café Peter wurde 1918 von Henrique Azevedo als Café Sport gegründet. Walfänger, Telegrafenbeamte, Seeleute und Transatlantik-Piloten – sie alle gingen bei ihm ein und aus und tranken gerne den einen oder anderen Gin Tonic. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war eine Atlantiküberquerung noch ein Abenteuer. Die Boote waren klein, die Ausrüstung einfach, GPS noch nicht erfunden. Der alte Henrique begrüßte jeden Neuankömmling persönlich, manchmal ruderte er den Schiffen sogar entgegen.
Henrique Azevedo war der Großvater des heutigen Betreibers José Henrique junior. Unter seiner Leitung ist es auch in der dritten Generation noch Kneipe, Café, Bar, Informationsbörse, Wechselstube, Postamt und Wetterzentrale – kurz: ein internationaler Treffpunkt von morgens bis spät in die Nacht. Hier werden Briefe, Telegramme und Karten verschickt. Atlantiküberquerer machen hier traditionell Station und tauschen selbst exotische Währungen. Die Tische im Erdgeschoss sind rund um die Uhr besetzt. Die echten Seefahrer kommen erst gegen Abend, tagsüber gehört das Café Sport den Touristen. Bei Kaffee und Bier spinnt hier jeder sein eigenes Seemannsgarn. Überall hängen Schiffswimpel und Flaggen aus aller Herren Länder. Von der schönen Holzvertäfelung dahinter ist kaum noch etwas zu sehen. Für die Weltausstellung 1998 in Lissabon wurde das Café sogar originalgetreu nachgebaut.

Im ersten Stock des Café Sport befindet sich seit 1986 ein kleines, aber sehr sehenswertes Scrimshaw-Museum. Im Museu de Scrimshaw, auch bekannt als Museu do Peter, wird die Lebens- und Leidensgeschichte der Fischer durch feine Gravuren auf Pottwalzähnen erzählt. Das Museum beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen der Scrimshaw-Kunst. Aus dem Zeitvertreib der Walfänger ist wertvolle Kunst geworden. Die Privatsammlung gehört den Besitzern von “Peters Café Sport”. Die Gästebücher, in denen sich die Skipper im Laufe der Jahre mit ihren Widmungen verewigt haben, sind ebenfalls im Museum ausgestellt.

Einer der letzten Scrimshaw-Künstler ist der Holländer John van Opstal. Als er 1985 nach Faial kam, war der Maler von dieser Kunst so fasziniert, dass er sich selbst als Graveur versuchte. Inzwischen ist er einer der bekanntesten und bedeutendsten Scrimshaw-Künstler der Welt. Seine Werke sind in Museen auf der ganzen Welt zu sehen. Interessierten zeigt er auch die Technik des Gravierens. Zwei Jahrzehnte nach dem internationalen Walfangverbot sind Walzähne so selten und wertvoll geworden, dass man schon ein kleines Vermögen in die Kunst investieren muss.
Wer van Opstal besuchen möchte, findet ihn in seinem Haus am Fuße des Espalamaca-Hügels. Man folgt der Hauptstraße vom neuen Hafen den Hügel hinauf und biegt auf halber Höhe links ab, wo ein Schild ‚Scrimshaw‘ steht.

Direkt am Fährhafen liegt der Platz Largo Dr. Manuel da Arriaga. Früher hieß er Largo de Santa Cruz. Eine zwei Meter hohe Statue auf einem drei Meter hohen Basaltblock dominiert den Platz eindrucksvoll.

Dr. Manuel da Arriaga wurde am 8. Juli 1840 geboren, war 1911 der erste gewählte Präsident der Portugiesischen Republik und starb am 5. März 1917.

Etwas oberhalb der Stadt, auf dem Monte das Mocas, befindet sich in 60 m Höhe das Observatorio Principe Alberto do Monaco. Prinz Albert von Monaco war im 19. Jahrhundert als Geologe, Geograph und Ozeanograph im Dienste der Naturwissenschaften auf der Insel tätig. Mit seiner Yacht Hirondelle unternahm er mehrere Expeditionen zu den Inseln.
Das Observatorium wurde 1901 erbaut und ab 1915 für meteorologische Zwecke genutzt. Der Prinz war auch am Bau der meteorologischen Station beteiligt. Ein Jahr nach dem Tod des Fürsten erhielt sie 1923 ihren heutigen Namen. Von hier aus wurden die aktuellen Wetterdaten nach Europa telegrafiert. Heute dient es neben der Wetterbeobachtung auch der Erdbebenforschung. Wer das Observatorio von innen sehen möchte, kann dies nach Voranmeldung werktags immer nachmittags tun.

Folgt man der Rua Principe Alberto do Monaco stadtauswärts, kommt man zur Kapelle Ermida de Santa Barbara. Sie ist einfach gebaut und hat eine Glocke, aber keinen Turm. Sie wurde um 15.00 erbaut und ist damit eine der ältesten Kapellen auf Faial. 1850 wurde sie bei einem Erdbeben zerstört und danach wieder aufgebaut.

Nicht versäumen sollte man einen Abstecher ins Zentrum des Stadtteils Angustias. Hier findet man weniger Prunkbauten. Es ist eher ein klassisches Fischerviertel am Meer.

In der Rua das Angustias, 66 befindet sich das Gebäude SINPCOA. Das Haus gehörte einem Direktor der Firma Fayal Coal. Es ist außen reich verziert und die Fassade deutet auf einen feudalen Besitzer hin. Um 1990 erwarb die Gesellschaft SINPCOA das Gebäude und renovierte es.

Gleich nebenan, in der Rua das Angustias 68, befindet sich ein Gebäude im Art Deco-Stil. Das Dach des rosafarbenen Gebäudes ist reich verziert.

Die Igreja de Nossa Senhora das Angustias in der Rua Vasco da Gama ist die einzige Kirche der Stadt, die mit dem Rücken zum Meer steht. Sie ist der Schutzpatronin der Fischer geweiht und steht auf den Ruinen der Kapelle Ermida de Santa Cruz, die van Huerters Frau D. Brites de Macedo im 15. Jahrhundert aus Dankbarkeit dafür errichten ließ, dass es auf Faial weder Schlangen noch giftige Tiere gab. Die Kirche aus dem frühen 17. Jahrhundert wurde 1664 erweitert und schließlich 1684 durch einen Neubau mit einem Kirchenschiff ersetzt.
Das Gebäude wurde durch die Erdbeben von 1957/58 und 1998 in Mitleidenschaft gezogen. Altar und Chor wurden völlig neu gestaltet. Ein silbernes Altarbild im Hauptaltar zeigt die erste Messe der Insel. Im Gewölbe über dem Chor sind die Wappen der einflussreichen Familien von Horta zu sehen. In der Seitenkapelle, die der Muttergottes von Fatima geweiht ist, ruhen Josse van Hurtere und seine Gattin D. Brites de Macedo begraben. Ein weiterer Schatz der Kirche ist die Terrakotta-Krippe aus dem 18. Jahrhundert, die aus der Schule von Machado de Castro stammt. Jahrhundert, die aus der Schule von Machado de Castro stammt. Auf dem Boden erinnert eine Bronzetafel an die Hochzeit von Martin Behaim im Jahre 1486 in der ursprünglichen Kapelle.

Martin Behaim war einer der bedeutendsten Kartographen seiner Zeit. Er wurde 1459 in Nürnberg geboren. Er war Seefahrer und begleitete unter anderem Diogo Cao auf seiner Entdeckungsreise nach Westafrika. Für seine Verdienste wurde er von König D. Joao II. ausgezeichnet. 1486 bis 1492 lebte Behaim auf Faial. Im selben Jahr präsentierte er in Deutschland den ersten Globus der Welt. 1507 starb Behaim in Lissabon.

Die Attraktion dieses Stadtteils ist zweifellos der herrliche Sandstrand in der Hafenbucht Baia do Porto Pim. Die flache, halbrunde Bucht mit ihrem tief türkisblauen Wasser bietet fast nach allen Himmelsrichtungen Schutz. Dank des flachen Strandes ist das Wasser im Sommer angenehm warm und die Brandung weitgehend flach.

Neben einem herrlichen Badestrand mit Sand, Umkleidekabinen und Toiletten findet man hier die Überreste des alten Hafentors Portao Fortificado do Porto Pim. Früher war es der eigentliche Zugang zur Stadt für alle Neuankömmlinge, die vom Meer kamen. Deshalb war es auch Teil des Verteidigungssystems von Porto Pim. Als 1878 der neue Hafen in der weiten Bucht in Betrieb genommen wurde, war der alte Hafen an dieser Stelle überflüssig.

Ein zweites Verteidigungselement war das Castelo de Sao Sebastiao in der Rua do Pasteleiro. Es wurde im 17. Jahrhundert auf einem Felsvorsprung erbaut. Mit seinen mächtigen Tuffsteinmauern konnte es den Hafen Porto Pim eindrucksvoll schützen. Tuffstein war leichter zu bearbeiten als vulkanischer Basalt. Die Steine wurden am Monte da Guia abgebaut. Spuren des Steinbruchs sind noch heute zu sehen. Die kleine Festung diente lange Zeit als Gefängnis. Heute beherbergt sie die Ecoteca de Faial, die sich der Umwelterziehung widmet.

Zum alten Verteidigungssystem gehört auch die kleine Guarita, die sich ebenfalls in der Rua do Pasteleiro befindet. Er war der erste Wachturm an der Hafeneinfahrt.

Im westlichen Stadtteil Angustias liegt das Industriegebiet von Horta. Hier befindet sich unter anderem eine Thunfischkonservenfabrik.

Etwas außerhalb im Stadtteil Pastelheiro befindet sich in der Rua do Pastelheiro der Imperio do Operarios. Es ist in das Gebäude der Thunfischfabrik integriert.

Im Vorort befindet sich auch das kleine Imperio da Mocidade Pasteleirense.

Am Fuße des Monte Queimado befindet sich der Industriehafen von Horta. Hier beginnt auch die ca. 1 km lange Hafenmauer. Mit dem Bau wurde 1876 begonnen. Die Arbeiten zogen sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts hin. Inzwischen ist sie mit bunten Malereien verziert.
Der Hafen ist großzügig angelegt. An der Mole machen nur die großen Containerschiffe fest. An der Südseite liegen die Kühlhäuser der Fischereiflotte. Daneben liegt das Ozeanographische Institut der Universität der Azoren.

Am Ende der Hafenmauer steht der Leuchtturm Farol da Ponta da Doca. Er sichert die Einfahrt in den Hafen. Sein Licht reicht elf Seemeilen weit.

Zwischen dem Monte Queimado und dem Monte da Guia liegt auf dem schmalen Verbindungsstreifen der Bunker de Entre-Os-Montes. Wo heute ein verrostetes Stahlmonument steht, war einst ein militärischer Beobachtungsposten.

Nur wenige Meter gegenüber liegen die Casas dos Cabos. Inzwischen haben Sanddünen die kleinen, unscheinbaren Hütten bereits umschlossen. Hier kamen die Seekabel aus den fernen Kontinenten an. In den kleinen Hütten wurden sie verlegt und zur Estacao Conjunta dos Cabos im Telegrafenviertel geführt.

Die Walfangstation Fabrica da Baleia liegt ebenfalls in der Bucht von Porto Pim. Sie wurde 1941 gebaut und war bis 1975 in Betrieb. Das Wasser war oft dunkelrot gefärbt und ein fürchterlicher Gestank lag über der Bucht. Über eine Rampe wurden die Wale zur Weiterverarbeitung hochgezogen. Auch hier wurde vor allem der Pottwal (Cachalotte) verarbeitet. In großen Kesseln wurde er zu Walöl gekocht. Aus einem Pottwal wurden etwa 5.000 Liter Öl gewonnen, das auch nach Deutschland verschifft wurde. Pro Jahr wurden etwa 50 Pottwale verarbeitet.
Heute kann man in einem Museum die Arbeit der Walfänger und Walverarbeiter kennen lernen. Alte Maschinen und Dampfkessel sind noch erhalten. Für das Centro do Mar wurde die Fabrik komplett renoviert und eingerichtet. So präsentiert sich die ehemalige Fabrik dem Besucher heute, als wäre gerade der letzte Dampf aus den Kesseln gelassen worden.

Dem Museum angeschlossen ist das Centro de Interpretacao Marinha Virtual CIMV. Hier kann man die Unterwasserwelt bis in große Tiefen erleben.

Nur wenige Schritte entfernt befinden sich die Überreste der alten Walfangfabrik. Sie wurde 1836 ursprünglich zum Trocknen von Kabeljau errichtet und diente bis zur Inbetriebnahme der neuen Fabrik der Walverarbeitung. Die Mauern bestehen aus massivem Tuffstein, der am Monte da Guia abgebaut wurde.

Hinter den Walfabriken, am Fuße des Monte da Guia, befinden sich die Überreste des ehemaligen Anwesens der Dabneys, Casa da Praia no Monte da Guia. Dieses Sommerhaus der Familie Dabney mit Garten wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und bot vom Wohnzimmer aus einen Blick auf die Bucht von Porto Pim und das Panorama der ganzen Insel. Heute stehen nur noch die Grundmauern des Hauses.

Der Walfang machte Horta im 19. Jahrhundert berühmt. Hier füllten die Amerikaner, die den Walfang auf den Azoren einführten, ihre Proviantvorräte auf. Zeitweise lagen bis zu 400 Schiffe im Hafen. In der Blütezeit des Walfangs wurden zwei Drittel aller Pottwale weltweit um die Azoren gefangen. Auch junge Männer wurden für den anstrengenden Walfang angeheuert. Für tatkräftige Azoreaner waren die Walfänger so auch ein Ticket in die Neue Welt. Bücher wie ‚Moby Dick‘ von Melville oder „Die Frau von Porto Pim‘ von Antonio Tabucchi haben das Leben in Horta beschrieben.

Am Fuße des Monte da Guia, etwa unterhalb der ersten Kehre, befinden sich die Überreste des Forte da Greta. Es sollte, wie alle anderen Befestigungsanlagen auch, die Bevölkerung der Stadt Horta vor Piratenangriffen schützen. Es wurde 1666 erbaut und durch Mauern auf dem Monte da Guia ergänzt. Ihre Überreste sind noch heute zu sehen. Beim Bau der Straße auf den Monte da Guia im 20. Jahrhundert wurden jedoch Teile der alten Stadtmauer überbaut. Zusammen mit einer ähnlichen Befestigung in Areia Larga auf Pico diente sie auch dem Schutz des Kanals zwischen den beiden Inseln.

Südlich von Horta ragt eine kleine, fast kreisrunde Halbinsel ins Meer: der 145 m hohe Monte da Guia. Der Vulkankegel ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Der Doppelkrater schützt gleichzeitig den kleinen Hafen und Badestrand Porto Pim. Nach Süden hin ist der Vulkankrater zum Meer hin offen, so dass sich im Laufe der Jahre eine schöne Bucht gebildet hat. Der Kraterboden liegt heute etwa 20 Meter unter der Meeresoberfläche. Die tiefblaue Bucht wird auch Caldeira do Inferno genannt. Die Caldeira ist heute ein Naturschutzgebiet und darf nicht mehr mit Motorbooten befahren werden. Wer hineinrudern oder segeln will, braucht eine Genehmigung der Capitania. Mit dem Auto kann man den Berg halb hinauffahren.

An der Kapelle Ermida de Nossa Senhora da Guia ist das Ende der öffentlich zugänglichen Straße erreicht. Dahinter verhindert ein Gitter die Weiterfahrt. Der Rest des Berges dient der Flugsicherung und ist gesperrt. Für den Zugang ist eine Genehmigung des Verteidigungsministeriums erforderlich. Die kleine Kirche aus dem späten 16. Jahrhundert ist mit schönen Azulejos geschmückt. Das heutige Gebäude wurde während des Zweiten Weltkriegs (1939-1945) im Rahmen der Verteidigungsmaßnahmen der Stadt an seinem heutigen Standort wieder aufgebaut. Jedes Jahr am ersten Augustsonntag findet hier das Kirchweihfest statt.

Vom Vorplatz der Kirche aus hat man vom Miradouro do Monte da Guia einen schönen Blick auf Porto Pim und das dahinter liegende Horta. In südlicher Richtung befindet sich der Parkplatz mit Blick auf die Caldeira do Inferno.

Auf halbem Weg zwischen dem Monte da Guia und dem Stadtzentrum liegt der zweite Hausberg, der Monte Queimado. Der 86 m hohe Vulkankegel steht zusammen mit seinem Nachbarn seit 1980 unter Landschaftsschutz.
Am Fuße des Monte Queimado stehen noch heute zwischen Dünen die alten Kabellegerhäuschen, in denen die Transatlantikkabel an Land gebracht wurden.

Auf dem Monte da Guia befinden sich alte Militäranlagen. Sie wurden 1941 während des Zweiten Weltkrieges errichtet, um den Kanal zwischen Faial und Pico zu sichern. Mehrere Kanonen und Wehrgänge wurden hier aufgestellt und ausgebaut. 1975 zog das Militär ab. Im Jahr 1990 wurden hier technische Einrichtungen für die Flugüberwachung des Flughafens installiert. Der Zugang ist jedoch weiterhin verboten.

Sandstrand am Praia da Conceicao. Wunderschöner Sandstrand bei Porto Pim.

Busverbindung nach Flamengos, nach Pedro Miguel und Praia do Almoxarife, nach Cedros über den Nordosten, nach Castelo Branco und nach Praia do Norte über den Südwesten. Innerhalb des Stadtgebietes verkehren vier verschiedene Minibuslinien.

Am Sonntag nach Ostern wird die Festa dos Ramos gefeiert, am 2. Sonntag in der Fastenzeit die Festa do Senhor dos Passos, am Sonntag nach Ostern die Festa de Ramos, am Pfingstsonntag das Fest des Heiligen Geistes im Imperio dos Nobres, am Dienstag nach Pfingsten das Fest des Heiligen Geistes von Angustias im Imperio da Infancia, am Sonntag nach Pfingsten die Festa da Nossa Senhora das Angustias, an Fronleichnam das Heilig-Geist-Fest der Angustias im Imperio dos Estivadores und die Festa de Santíssimo Salvador mit Blumenteppichen in den Straßen, am 24. Juni die Festa de Sao Jorge, am 25. Juni die Festa de Sao Jorge, am 26. Juni die Festa de Santíssimo Salvador mit Blumenteppichen in den Straßen. Juni die Festa de Sao Joao da Caldeira am Largo Jaime de Melo, in der 1. Juliwoche das Heilig-Geist-Fest der Angustias am Imperio da Sociedade Recreativa Pasteleirense, am 16. Juli die Festa da Nossa Senhora do Carmo mit Prozession, am letzten Sonntag im Juli das Heilig-Geist-Fest am Imperio de Sant’Ana, am 1. Sonntag im August die Festa da Nossa Senhora da Guia, in der Woche vom 1. bis 2. Sonntag im August die Semana do Mar, am 23. September die Festa da Santa Cecilia, am 8. Dezember die Festa da Nossa Senhora da Conceicao.




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