Heute befinden sich auf der Azoreninsel Sao Miguel die einzigen beiden Teeplantagen Europas. Im Nordosten von Sao Miguel, in unmittelbarer Nähe von Maia, liegen die verbliebenen Felder: ‚Plantacoes de Cha Gorreana‘ und ‚Cha Formosa‘. Hier oben begünstigt das einzigartige Mikroklima den Teeanbau.
Das subtropische Mikroklima dieser Region hat den Pflanzen eine erstaunliche Entwicklung ermöglicht. Sie stammen ursprünglich aus Macau und wurden um 1750 eingeführt. Der Niedergang des Orangenanbaus hatte damals die Suche nach neuen Anbauprodukten beflügelt.
Der schwarze und grüne Tee, der seit Jahrzehnten auf den wenigen verbliebenen Feldern produziert wird, wird allerdings kaum exportiert. Es fehlte an der Menge und vor allem an der Technik.
Das Unternehmen wurde 1883 mit der ersten Ernte gegründet. Die ersten Teepflanzen wurden bereits 1874 direkt aus China importiert. Zur Nährstoffversorgung wurden Lupinen zwischen die Teepflanzen gesät, um den Stickstoff aus der Luft im Boden zu binden.
Mittlerweile ist die sechste Generation im Unternehmen tätig. Rund 45 Hektar bewirtschaftet der Familienbetrieb inzwischen in der sechsten Generation.
Im Schnitt werden 40 Tonnen schwarzer und grüner Tee pro Jahr geerntet. Ein gutes Dutzend Mitarbeiter ist von April bis September alle 14 Tage damit beschäftigt, die feinsten Blätter zu schneiden. Dazu dient eine einfache, alte Maschine, die von drei bis vier Männern bedient und geführt wird. Früher wurden die Blätter von Frauen und Mädchen von Hand gezupft.
Beim Blick in die Produktionshalle, die auch für Besucher geöffnet ist, sieht man alte Maschinen aus dem fernen England. Nach der Ernte werden die Blätter noch wie früher verarbeitet. Die kleine Fabrikhalle wirkt daher wie ein Industriemuseum aus dem 19. Im oberen Stockwerk werden die Blätter vorgewelkt. Dann werden sie fermentiert. Es folgt die maschinelle Trocknung und Reinigung. Von Hand wird gesiebt und schließlich verpackt.
Kaum zu glauben, dass heute noch an den alten Maschinen gearbeitet wird. Und es gibt viele fleißige Hände. Wer eines der für wenig Geld angebotenen Teepäckchen kauft, kann sicher sein, dass sein Tee handgepflückt und handverlesen ist.
Im Familienbetrieb Cha Gorreana werden die Teeblätter im Rauch getrocknet und schließlich sortiert.
In einem Nebenraum sitzt eine Handvoll Frauen, die wiegen, abfüllen und verpacken. An einer Art Hausbar kann man schließlich den frisch gebrühten Tee probieren und natürlich auch kaufen.
So ist der Azorentee auch ein geeignetes Urlaubsmitbringsel für die Daheimgebliebenen. Er ist frei von Pestiziden. Neben schwarzem Tee wird auch grüner Tee angeboten.

